Antrag der GABL zum Altstadt-Tunnel GR 24.7.07

Zur Verkehrsentlastung der Kernstadt Leonberg und insbesondere der Feuerbacher und Grabenstraße erarbeitet die Verwaltung statt eines Altstadt-Tunnels eine Gesamtkonzeption aus kurz- bis mittelfristigen Maßnahmen ( Verbesserung des modal-split, verbesserte Verkehrsführung, Durchfahrtverbote, Parkraumbewirtschaftung etc.)

Begründung:

1.Die Feuerbacher und die Grabenstraße, aber auch die Gesamtstadt müssen UNBEDINGT und ZEITNAH vom Verkehr entlastet werden. Ein Tunnel kann keines der beiden Versprechen erfüllen, denn

a) niemand traut sich, mit absoluter Sicherheit zu sagen, dass der Tunnel (samt Folgekosten!) bezahlbar ist und ganz sicher kommt, Fördermittel hin oder her!
b) alle wissen, dass er, wenn überhaupt, erst in vielen Jahren kommt - das RP geht vom Jahr 2020 aus.
c) wir alle können uns vorstellen, dass in 1 ½ Jahrzehnten nicht einfach immer noch mehr und mehr Autos laufen können, sondern dass die Maßnahmen dann ganz andere sein werden.

2.Selbst wenn der Tunnel käme, brächte er mehr Probleme als Lösungen:

Jeder, wirklich jeder schnelle Weg durch eine Stadt zieht in einem Ballungsraum wie dem unsrigen zusätzlichen Verkehr an.

Das gilt besonders für einen Tunnel, der Leonberg von Südwest nach Nordost durchquert. Diese Diagonale wird zu einer Umgehungsstraße, wenn das Autobahndreieck oder der Engelbergtunnel mal wieder verstopft sind wie letzte Woche. Damit bekämen wir die "Teilvariante" einer Nordwest-Tangente vom Westanschluss nach Ditzingen, auch wenn natürlich Frau Horn und Professor Kölz dies bestreiten: Ein Blick auf den Stadtplan zeigt, dass dieser Tunnel nicht nur für den Binnen- und auch nicht für den Ziel- und Quellverkehr der Leonberger geplant wird, dazu ist er zu weit vom neuen Stadtzentrum entfernt.

All diese Planungen werden das Glemstal, ein wichtiges Naherholungsgebiet, verschandeln und die Luft ausgerechnet im Westen Leonbergs belasten - auch wenn angeblich alle Abgase zum Hasenbrünnele hin weggesogen werden..

Entlastet werden höchstens Feuerbacher und Grabenstraße. Es nützt aber nichts, den Verkehr von einer Ecke in die andere oder in einen Tunnel zu verschieben: Der Verkehr in der Gesamtstadt muss verringert werden! Und dafür gibt es nun einmal keine einzelne große Lösung, keinen Westanschluss und keinen Altstadttunnel. Es hilft natürlich auch nicht nur die Verbesserung des ÖPNV, aber es hilft ein Bündel von kleinen, aufeinander abgestimmten Maßnahmen, von attraktiven Radwegen über einen billigen ÖPNV mit kurzen Takten bis zu Durchfahrverboten für LKW.

Noch eine Anmerkung zu denen, die es allen recht machen wollen wie die SPD: Niemand tue so, als ob man den teuren Tunnel und eine Verbesserung des modal split haben könne - dazu reicht das Geld nicht einmal im reichen BaWü Das ist deutlich sichtbar am Beispiel Stuttgart 21;wegen des Mammut-Projekts werden dort die Gelder für den ÖPNV drastisch gekürzt. Genau so wird es auch in Leonberg sein.
Und noch ein Wort zur FWV: Es tue auch niemand so, als ob es sich hier um eine ganz unverbindliche Entscheidung handle, die überhaupt nichts bedeute und in ein paar Jahren ganz anders gefällt werden könnte! Diese Abstimmung heute legt eine ganze Richtung fest, eine Priorität für die nächsten Jahrzehnte.
Die Priorität der GABL ist seit langer Zeit klar, ob bei der Diskussion in der Stadthalle oder in Einzelgesprächen: Wir wollen kein Phantom eines Tunnels, wir wollen eine Gesamtkonzeption aus Maßnahmen, deren Wirksamkeit die Bewohner der Feuerbacher, der Grabenstraße und ganz Leonbergs noch erleben!

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