Januar 2003

Vermögenseinbuße durch Mobilfunkantennen?

Wenig Verantwortung gegenüber dem privaten Eigentum lässt die Stadt Leonberg beim ungebremsten und kaum koordinierten Aufbau von Mobilfunkantennen in Leonberg erkennen. Nicht nur Kinder und Senioren sind gefährdet. Unter Umständen wird auch der Wert von Häusern und Wohnungen in der Nähe von Mobilfunkanlagen gemindert.

Obwohl die vom Land Baden-Württemberg in Auftrag gegebenen wissenschaftlichen Studien über etwaige Gesundheitsbeeinträchtigungen in der Nähe von Mobilfunkbasisstationen erst im Jahr 2003 vorliegen, geht der Aufbau des Mobilfunknetzes ungebremst und unkoordiniert weiter. 

Dabei hat das OLG Hamm u.a. entschieden, dass es einem Wohnungseigentümer nicht zugemutet werden kann, "bis zu einem gewissen Abschluss von Forschungen den Betrieb einer Mobilfunkantenne in unmittelbarer Nähe seiner Wohnräume zu dulden und auf diese Weise praktisch zum Versuchsobjekt solcher Untersuchungen zu werden" (OLG Hamm Nzm 2002, 441f).

Eine Umfrage unter Maklern hat gezeigt, dass Sendemasten im Umkreis von 100 m zur Immobilie verkaufshemmend wirken. Es wurden Wertminderungen von 5 bis 50 % festgestellt. Ein Sendemast vis a vis dem Schlafzimmer des zu verkaufenden Objekts könne sich ganz schnell nicht nur verkaufshemmend, sondern als verkaufshindernd auswirken. Oftmals werde bereits im Vorfeld bei Besichtigungen festgestellt, dass sich das Gebäude in unmittelbarer Nähe einer Sendeanlage befindet, so dass es dann überhaupt nicht mehr zu einer Kaufpreissenkung oder Mietminderung komme, sondern aufgrund der gesundheitlichen Bedenken die Immobilie als unverkäuflich gelte.

nach einem Bericht in der Zeitschrift "Haus&Grund Württemberg", 9/2002

 

veröffentlicht in der GABL-Postille vom Januar 2003

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