Juli /August 2003

Mit bürgerschaftlichem Engagement werden wir es in Leonberg schaffen 

von Klaus Wankmüller, GABL-Ortschaftsrat Höfingen 

Alle öffentlichen Haushalte (Bund, Länder, Gemeinden) stecken in einer großen finanziellen Klemme und haben Schulden in unfassbarer Höhe (ca. 1,28 Billionen Euro, das entspricht 15.793 € pro Einwohner). Deutschland hat mehr als 30 Jahre mit Regierungen aller Couleurs über seine Verhältnisse gelebt und dadurch Schuldenmassen angehäuft. Die ers-ten Einschnitte sind nun absolut notwendig und in vielen Bereichen schon deutlich spürbar (Rentenkürzung, Erhöhung des Krankenkassenbeitrags, Erhöhung des Kindergartengeldes,.....). Aber diese Einschnitte werden nicht ausreichen! Deshalb ist ein Umdenken notwendig! Das bürgerschaftliche Engagement wird in unserer Gesellschaft eine wichtige Rolle einnehmen. 

Beispiel Bürgerschaftliches Engagement: Höfinger Freibad "bädle e.V."

Im Herbst 2002 war nach Beratungen innerhalb des Gemeinderats bzw. des Ortschaftsrats klar, dass das Höfinger Familienfrei- bad 2003 nicht mehr geöffnet werden wird. Deshalb haben sich in Höfingen einige Personen zusammengetan, um ein Konzept zur Erhaltung des Höfinger Bädles zu erarbeiten. Dieses Konzept wurde von allen Fraktionen im Ortschaftsrates mitgetragen. Der städtische Zuschuss konnte so von 180.000 €uro auf 45.000 €uro (ohne Abschreibungen und Verzinsung des Anlagekapitals) drastisch gesenkt werden. Die GABL hat dieses Konzept von Anfang an begrüßt und tatkräftig unterstützt. 

Das Bad wird als Vereinsbad betrieben. Diese Beschränkung erfolgte aus Haftungs- und Finanzierungsgründen. Mitglied im Verein kann jeder werden. 20,- €uro für Kinder, 40,- €uro für Erwachsene und 100,- €uro für Familien kostet die Mitgliedschaft im Verein pro Jahr. Ebenso trägt der täglich ab 10 Uhr geöffnete Biergarten mit seinen leckeren und preiswerten Angeboten sehr zum Wohlbefinden der Badegäste bei. Auch für die Aufsicht der Kinder im Bad ist gesorgt: werktags von 13 bis 19 Uhr, in den Ferien und an den Wochenenden von 10 bis 19 Uhr ist eine Aufsicht am Becken gewährleistet. Wenn aufgrund schlechten Wetters hier Unsicherheit besteht, kann beim eingerichteten Wettertelefon unter 07152-3308914 Auskunft eingeholt werden. 

Dies ist ein hervorragendes Beispiel dafür, was durch bürgerschaftliches Engagement entstehen kann. Es ist überall ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Mitgliedern zu spüren. Schon während der Arbeiten zur Eröffnung des Bades, unterstützt von vielen ortsansässigen Firmen, wurde kräftig mitangepackt. Menschen, nicht nur aus Höfingen, auch aus Leonberg, Gerlingen, Ditzingen und weiteren umliegenden Städten und Gemeinden sind näher zusammengerückt. Mehr Informationen (aktuelles Badewetter, Bilder der letzten Veranstaltungen) auf der homepage unter: www.baedle.com.

Höfingen spezial 

Höfingen hat in den letzten 20 Jahren durch großen Bevölkerungszuwachs seinen dörflichen Charakter verloren und ist zu einer Schafstätte geworden für Leute, die anderswo arbeiten. Leider ist vieles auf der Strecke geblieben, das heimatliche Gefühle und Geborgenheit ausstrahlen könnte.

Einkaufen in Höfingen

Höfingen benötigt für seine ca. 7000 Mitbürger, davon 700 im Neubaugebiet "Südlich der Ditzinger Straße" wohnungsnahe Einkaufsmöglichkeiten. Hierfür ist das SÜMAK-Gelände ideal geeignet. Deshalb hat der Ortschaftsrat Höfingen einen Lebensmittelmarkt mit einer maximalen Verkaufsfläche von 1200 qm ermöglicht. Viele MitbürgerInnen müssen mit dem Auto zum Einkaufen nach Leonberg, Gerlingen oder Stuttgart, weil keine ausreichenden Verbindungen (z.B. samstags) mit öffentlichen Verkehrsmit-tel vorhanden sind. Die hohe Verkehrsbelastung steigt durch den selbstgemachten Verkehr bei steigenden Einwohnerzahlen weiter an. Dies vermindert die Lebensqualität in Höfingen.

Leben in Höfingen

In Höfingen wird beabsichtigt, die Post-Filiale in der Truchsessenstraße zu schließen. Unvorstellbar bei 7000 Einwohnern! Die Deutsche Post AG wird sich noch auf einen massiven Empörungssturm gefasst machen können. 

Ein attraktiver, kostengünstiger und im Takt verkehrender Bus ist das Herzstück für die Reduzierung der chronisch überlasteten Straßen. Der Anteil des ÖPNV soll nach dem vom Gemeinderat verabschiedeten Leitbild kontinuierlich erhöht werden. Von diesem Ansatz wird aber immer mehr abgerückt! Zuerst wurde von der CDU vorgeschlagen, das Ruftaxi zu streichen und jetzt sollen auch die Buslinien erheblich gekürzt werden. Hier läuft zuviel in die falsche Richtung, wird nicht an den richtigen Stellen gespart und Geld für andere Zwecke verschwendet (z.B. Stadthalle). 

Trotz einiger kleinerer Mängel ist Höfingen ein lebens- und liebenswerter Stadtteil von Leonberg. Wir wollen, dass dies auch in Zukunft so bleibt. Im Ortschaftsrat und im Gemeinderat wird die GABL-Fraktion dazu ihren Beitrag leisten.

 

veröffentlicht in der GABL-Postille vom Juli / August  2003

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