September 2003

Sylvia Kotting-Uhl zu Besuch bei GABL und Grünen in Gebersheim

[ES] Sylvia Kotting-Uhl heißt die kürzlich neu gewählte Landesvorsitzende von Bündnis 90/die Grünen in Baden-Württemberg. Am 1. August machte sie einen "Antrittsbesuch" in Leonberg bei der GABL und den Grünen anlässlich deren Sommerfest im Gebersheimer Bauernhausmuseum.
Eine "Gerechtigkeitsdebatte" in unserer Gesellschaft will Frau Kotting-Uhl anstoßen, gemeinsam mit Betroffenen diskutieren, was gerecht ist und auch, wie sich Grüne in einer angestrebten "Bürgergesellschaft" profilieren können. Sie möchte ein "Gesamtkonzept" sehen, bevor die diskutierten Einschnitte im sozialen Gefüge umgesetzt werden.

Man merkt, sie ist eine "Linke", eine, die für ihre Prinzipien steht und nicht in erster Linie danach schielt, was in der Politik, in den Parlamenten "durchsetzbar" ist. Ganz offensichtlich sucht sie die Nähe und den Kontakt zur Basis.

Ob sie beim dem Gespräch mit den etwa vierzig anwesenden Besucherinnen und Besuchern in Gebersheim auch den Wunsch nach einer Koalition mit der CDU vernommen hat? Uns scheint, nicht nur Ministerpräsident Erwin Teufel ist ein Fossil, das ins Hauff'sche Museum in Holzmaden gehört. Auch der Fraktions-Chef der CDU im Stuttgarter Landtag, Günther Oettinger, hat in entscheidenden Punkten Ansichten, die aus dem Handbuch der Ewig Gestrigen stammen. Wie will sie mit ihm eine moderne, aufgeschlossene, nachhaltige Umweltpolitik entwickeln, wie gerechte und sozial ausgewogene Lösungen im anstehenden Konflikt der Generationen?

Dafür bräuchte Frau Kotting-Uhl sehr viel Kraft und Stehvermögen - mehr als beim Versuch, Realos und Fundis innerhalb der Grünen auf eine Linie zu bringen.

Wir wünschen ihr Mut und Geduld für ihre neue Aufgabe im grünen Dschungel. Die Antwort auf die Frage, wer mit wem in Stuttgart küngelt, hat Zeit.

veröffentlicht in der GABL-Postille vom September  2003

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