September 2003

Leserbrief: Landschaftsversiegelung und Hitzeattacken

Wetterextreme nehmen zu. Zu den globalen Ursachen kommen lokale: Der Städtebrei, die Versiegelung der Landschaft. Vermehrt kommt es zu der kuriosen Situation, dass zwar dicke Regenwolken am Himmel hängen, diese aber von den aufgeheizten Beton-, Asphalt- und Blechflächen gar nicht mehr angezapft werden können, ja den Segen förmlich abstoßen. Die aufgeheizten Beton- und Asphaltflächen können die Atemluft nicht mehr regenerieren.

Man stelle sich vor, wie sehr sich auch einzelne Objekte aufheizen. So der Kasten von Sabet in den Riedwiesen, oder die Blechfassaden an der überflüssigen Römergalerie.

Man stelle sich den Landverbrauch durch die drei Objekte "Verbreiterung der A 8", "Nordumfahrung Rutesheim" und "Westanschluss Leonberg" vor! Thema Westanschluss. Die Hauptverkehrsströme auf der BAB verlaufen von Nord nach Südost bzw. umgekehrt. Deshalb ist der Westanschluss die allerunwichtigste Maßnahme. Wir brauchen einen zentralen Südanschluss beim Hertich. Dadurch Wegfall vom Westanschluss und Renaturierung vom Ostanschluss! In die Erde verlegte Stichstrasse vom Hertich zur Brennerstrasse. Da müssen irgendwo ein paar Häuser verschwinden. Um solche Gedanken zu entwickeln, braucht es bessere Leute, als wir sie derzeit im Rathaus haben.

Wie die Erfahrung zeigt,, sind die nicht mal im Stande, für die Einwohnerschaft genügend Schlupflöcher sprich Querungen durch die Mauer von Autobahnen zu schaffen. Und wenn, dann unterproportioniert. Es gibt weniger schädliche Lösungen. Aber dazu muss man Leute wie Billinger, Berger usw. anhören!

Aus rätselhaften Gründen hat die Stadt dafür gesorgt, die A 81 in die Stadt hereinzulegen und den Zentralanschluss drei Kilometer nach außerhalb. Genau umgekehrt wäre richtig gewesen. Wie sagte jemand treffend: Erst der idiotische Ostanschluss macht auch den idiotischen Westanschluss notwendig! Allerdings wird das ganze Hinterland von Renningen bis Calw mit dem Westanschluss gut bedient. Die werden Leonberg dankbar sein für so viel Opferbereitschaft. Man kann's auch Dummheit nennen.

Vor diesen Hintergründen ist es unglaublich, eine Naturzerstörung vom Ausmaß des Westanschluss in Angriff zu nehmen!

Konrad Fröschle

 

veröffentlicht in der GABL-Postille vom September  2003

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