Oktober 2003

Der Waldkindergarten soll bleiben, er ist eine Bereicherung für die Stadt Leonberg

Die Stadtverwaltung will den Waldkindergarten nicht in die Bedarfsplanung für Kindereinrichtungen aufnehmen, obwohl damit keine zusätzlichen Kosten verbunden sind. Damit wäre den "Wurzelkindern" aber die Basis entzogen und der Fortbestand der Einrichtung in Frage gestellt. Der zuständige Ausschuss des Gemeinderats entscheidet am 22. Oktober 

Vor fünf Jahren legte eine Elterninitiative den Grundstein für den Waldkindergarten. Mütter und Väter haben damals einen Nachmittag in der Woche gemeinsam mit ihren Kindern in der Natur verbracht. Im Jahr 2000 erhielten sie den Förderpreis des Umweltministeriums. Gleichzeitig wurde ihnen ein Grundstück neben der Felsensägmühle im Höfinger Tal zur Verfügung gestellt. 

Mit einer Fachkraft wurde der geordnete Betrieb des Kindergartens eröffnet. Heute ist daraus der Waldkindergarten "Wurzelkinder" geworden. Er wird von zwei Erzieherinnen geleitet, von Montag bis Freitag mit verlängerten Öffnungszeiten. Derzeit besuchen neun Leonberger Kinder den Waldkindergarten, bis März 2004 werden es 15 Kinder sein, vier Kinder stehen auf der Warteliste. Die Grundgedanken der Erziehung im Waldkindergarten sind:

Erleben der jahreszeitlichen Rhythmen und Naturerscheinungen 

Förderung der Sinneswahrnehmung

Lernen mit Sinnen, dem Körper, auf allen Ebenen der Wahrnehmung

Förderung der Motorik durch natürliche Bewegungsanlässe

Stärkung der sozialen Kompetenz der Gruppe und des Einzelnen

Stärkung des Immunsystems durch viel Bewegung an der frischen Luft 

Möglichkeit die Grenzen der eigenen Körperlichkeit zu erfahren

Erfahren von Stille und die Sensibilisierung für das gesprochene Wort

Erleben der Pflanzen und Tiere in ihrem Lebensraum

Sensibilisierung für ökologische Zusammenhänge und Vernetzungen

Wertschätzung der Lebensgemeinschaft Wald und des Lebens überhaupt

 

veröffentlicht in der GABL-Postille vom Oktober  2003

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