Dezember 2003

GABL fordert ein kommunales Flächenmanagement für Leonberg 

von Dr. Bernd Murschel 

Momentan wird in Leonberg viel über neue Baugebiete im Außenbereich gesprochen. Doch schon heute sind über 27% der Gemarkung Flächen für Siedlung und Verkehr, doppelt so viel wie im Durchschnitt des Landes Baden-Württemberg. Die Entwicklung darf so nicht weitergehen. Wir brauchen eine Strategie für die künftige Entwicklung der Stadt, ein "Kommunales Flächenmanagement".

Das "Kommunale Flächenmanagement" ist ein Prozess, der aktiv Ziele definiert, konkrete Maßnahmen für die Umsetzung einleitet und die Stadtentwicklung nicht dem Spiel der Interessen und Lobbyisten überlässt, wie es bisher immer wieder geschieht. Als erstes müssen Baulücken und Baulandpotenziale aufgezeichnet werden. Die Dokumentation in einem Baulandkataster, die Einrichtung einer Baulandbörse bis hin zu Baugeboten sind bewährte Modelle in anderen Kommunen. Die Stadtverwaltung braucht dafür eine entsprechende personelle Besetzung, um als Mittler zwischen den Interessen der Investoren und Eigentümern auftreten zu können. 

Ein weiteres geeignetes Instrument für eine positive Stadtentwicklung ist das Anlegen eines Flächenpools. Die Stadt kauft Flächen auf, entwickelt sie im Rahmen des städtebaulichen Konzeptes weiter und veräußert sie anschließend. Wichtige Voraussetzung für solche Vorhaben ist die Prognostizierbarkeit der entstehenden Kosten, des zeitlichen Ablaufs sowie der voraussichtlichen Erträge. Die durch die Stadt zu tragenden Vorleistungen sind aufwändig, sie kosten Zeit und Geld. Aber schon mittelfristig rechnen sie sich, sie sparen Geld und führen zu einer nachhaltigen und positiven städtebaulichen Entwicklung.

 

veröffentlicht in der GABL-Postille vom Dezember  2003

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