Januar 2004

 

aus dem Neckarwestheimer anti-atom-info Nr. 40 vom Dezember 2003 

"Der Ausstieg aus der Atomwirtschaft - Wo ist er nur, wo bleibt er denn, wo hat er sich bloß versteckt?" 

Halt, da wurde neulich ja wirklich ein AKW gestoppt. Einfach nach der Revision nicht mehr hochgefahren - stillgelegt. Es gibt ihn also doch, den Atomausstieg! In Norddeutschland. Dort fand das größte Fest Deutschlands in diesem Jahr statt. Die gesamte grüne Prominenz - einschließlich Ausstiegsminister Trittin, Joschka - und allerlei Parteivolk sang Hymnen zum Atomausstieg. In Stade. Dort geschah das Wunder. Ein leicht veralteter, klitzekleiner, nicht mal 700 MW-Atomreaktor (Neckarwestheim produziert das Dreifache) soll keinen Atomstrom mehr produzieren. Die Konzernvorstände haben jahrelang gebibbert, ob der Meiler in Stade den Konsens zum Ausstieg überhaupt noch erlebt. 

Jetzt wurde ihm das atomare Licht ausgeblasen - potz blitz! Ja aber warum werden dann die "Rest-Strommengen" von Stade auf zwei anderen Atomkraftwerke übertragen und verlängern so deren Lebenszeit? Und warum stand in der Ausstiegsvereinbarung, dass Obrigheim zum Ende des Jahres 2002 abgeschaltet wird - dabei läuft es noch bis Juli 2005. Blöde Fragen. So funktioniert er natürlich, der "Atomausstieg!"

veröffentlicht in der GABL-Postille vom Januar 2004

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