März 2004 

 Die ehemaligen Häftlinge des KZ Leonberg bekommen ihre Namen wieder

Die KZ-Gedenkstätteninitiative Leonberg e.V. bringt ein Band mit den Namen aller ehemaligen Häftlinge am alten Autobahntunnel an

[ES] Von Frühjahr 1944 bis April 1945 schufteten mehr als 3000 Häftlinge aus mindestens 24 Ländern im KZ Leonberg. Sie waren Nummern, namenlos. Der ehemalige Häftling Mordechai Nojowitz sagte im Oktober 2001 zu Schülern der Gerhart-Hauptmann-Realschule Leonberg: "A10408, diese Nummer hab ich bekommen vom Mengele und Eichmann in Auschwitz. Und diese Zeit, was ich hab gelebt in die Holocaust, hab ich keinen privaten Namen gehabt". Jetzt, sechzig Jahre danach, sollen sie ihre Namen wieder bekommen. Die KZ-Gedenkstätteninitiative Leonberg e.V. wird an der Mauer vor dem Tunnel der alten Autobahn, in dem die Häftlinge unter entsetzlichen Bedingungen für die Rüstungsfirma Messerschmitt arbeiteten, ein Band anbringen, auf dem die Namen aller heute bekannten Häftlinge eingraviert sind. Ein später, doch nicht zu später Beitrag zur Wiederherstellung ihrer Würde.

 

 

veröffentlicht in der GABL-Postille vom März 2004

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