April 2004 

 

Das Leitprojekt "Brückenschlag" der Stadtentwicklungsplanung nimmt Gestalt an

Agendagruppe beginnt mit der planerischen Konkretisierung

Der erste Abschnitt des "Brückenschlags", eine hundert Meter lange, ca. vier Meter breite Rad- und Fußgängerbrücke soll die Oberamtei-Straße mit dem Eltinger Fußweg verbinden. Sobald das baufällige Haus Bahnhofstraße 15 (ehemals Dilger) fällt, ist die Trasse frei und Platz für den Mittelpfeiler der Brücke. Wenn sie einmal gebaut sein wird, sind Marktplatz und neues Rathaus weniger als vierhundertfünfzig Meter voreinander entfernt. Ein Katzensprung.

Genau ein Jahr ist es her, dass im Arbeitskreis 4 des Bürgerdialogs der Groschen fiel. Es ging um das Thema Wege in Leonberg, speziell um die Verbindung der Neuen Stadtmitte mit der Altstadt. Es erwies sich als praktisch unmöglich, zwischen Marktplatz und Belforter Platz ein gemeinsames, parallel geführtes Wegenetz für Fußgänger, Radler und Autos zu entwickeln.

Also wagten die Bürger das Unübliche und schlugen eine Trennung der Wegeführung vor: Die Autos fahren wie bisher auf der B 295, Fußgänger und Radler bekommen den kürzest möglichen, direkten und barrierefreien Weg über eine Brücke zwischen Oberamteistrasse und Eltinger Fußweg.

Wir haben jetzt in der Agendagruppe untersucht, ob und wie eine solche Brücke realisiert werden könnte. Es zeigte sich, dass eine hundert Meter lange Brücke mit ca. 5 % Gefälle zum Eltinger Fußweg, machbar ist.

Nach der Brücke führt der Weg zu ebener Erde weiter über das Postareal und den ampelgeregelten Übergang Lindenstraße zum Rathaus. Radfahrer fahren ab der Lindenstraße auf der Fahrbahn der Eltinger Straße / B 295. Mit der Brücke und ihrer Anbindung ist zwar ein wichtiger Baustein, aber nur ein kleiner Teil des Gesamtkonzepts "Brückenschlag" beschrieben. Es war uns wichtig, die Machbarkeit zu untersuchen; von der Gestaltung einer modernen, qualitätvollen Verbindung hängt entscheidend die Akzeptanz ab.

Die vom Gemeinderat als Leitprojekt beschlossene Aufgabe lautet: "Der Belforter Platz wird zum Gelenk eines boulevardartigen Bereichs zwischen Neuköllner Platz und der Altstadt... Alt und Neu finden durch diesen Brückenschlag zu einer einprägsamen Gestalt zusammen.... Das Postareal ist als Entwicklungsstandort in die strukturelle Überlegung einzubeziehen". Die Agendagruppe wird nun ihre Ideen dazu entwickeln. Besonders Gewicht legt sie auf durchgehende fußläufige Wege; Radwege folgen dem für die Eltinger Straße vorliegenden Konzept des Schweizer Büros Metron.

Zum Stadtplanungsamt besteht bereits ein guter Kontakt. Wir hoffen auf weitere Begleitung durch unsere "Paten" und auf förderliche Zusammenarbeit. Dies vorausgesetzt, könnte schon nächstes Jahr ein Ergebnis präsentiert werden.

Wolfgang Schiele

  

veröffentlicht in der GABL-Postille vom April 2004

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