Oktober 2004 

Motto: "Wenn du ein Floß bauen willst, rufe deine Begleiter nicht zusammen, um Holz zu beschaffen und Arbeit einzuteilen, sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem endlosen, weiten Meer." Antoine de Saint Exupéry 

 

Chance für die Altstadt verpasst!

Antrag der GABL zur Belebung des Marktplatzes mit 14 zu 16 Stimmen knapp abgelehnt! 

Hoch kochten in den vergangenen Wochen die Emotionen gegen die Verlegung des Samstagmarktes auf den Marktplatz. Viele der Einwände sind sehr ernst zu nehmen; aber es gibt auch gute Gründe für eine Verlegung. Dabei geht es nicht gar nicht so sehr um die Interessen der Einzelhändler in der Altstadt, sondern um unsere Vorstellungen davon, wie die Gesamtstadt in Zukunft aussehen soll. 

Deshalb hat die GABL im Gemeinderat am 5. Oktober angeregt, das Thema in Ruhe an einem runden Tisch mit allen beteiligten Gruppen zu klären. Zwar fand unser Antrag große Unterstützung auch bei anderen Fraktionen, wurde aber knapp mit 16:14 abgelehnt; die Mehrheit war gegen die Verlegung des Wochenmarktes. Schade!....

Die Verantwortung dafür trägt zum großen Teil die Stadtverwaltung selbst; sie hat bei der Vorbereitung des Vorhabens eine Reihe handwerklicher und psychologischer Fehler begangen und damit das Desaster heraufbeschworen, vor dem wir jetzt stehen: 

Sie hat sich von Anfang einseitig auf die Seite der Befürworter gestellt, anstatt einen Meinungsaustausch zwischen allen Beteiligten zu organisieren
sie hat diejenigen, die vom Umzug unmittelbar betroffen sind - Marktbeschicker und Kunden - zu spät angehört und ihre Argumente (logistische Probleme, schlechte Parkmöglichkeiten für Kunden, schwieriger Bodenbelag) zu spät aufgegriffen
sie hat die positiven Aspekte des Umzuges für die Geschäfte am Marktplatz aber auch für die Marktleute nicht oder zu spät eingebracht
sie hat den Umzug losgelöst von anderen Themen propagiert, z.B. von der Frage, was mit dem Platz an der Steinstraße später einmal passieren soll und 
sie hat den Entscheidungsträger, den Gemeinderat, nicht in den Meinungsfindungsprozess eingebunden. 

Was jetzt zu tun ist? Die Diskussion muss neu beginnen! 

Wir meinen, ein Gesamtkonzept für den Umzug des Marktes in die Altstadt ist notwendig. Darin müssen die Rahmenbedingungen für den Markt auf dem Marktplatz geklärt werden. Der Busverkehr muss aus dem Marktplatz in die Grabenstraße verlegt werden. Das Pflaster auf dem Marktplatz muss gerichtet werden, dass es von allen Bürgern bequem und gefahrlos genutzt werden kann. Und die Attraktivität des Parkhauses muss verbessert werden, nur so wird es auch akzeptiert. Die Verlegung des Wochenmarktes steht auch im Zusammenhang damit, was zukünftig mit dem Festplatz an der Steinstraße geschehen soll. Bisher wird der große Platz in der Stadtmitte nicht optimal genutzt. Aus dem Stadtentwicklungsprozess und der Lokalen Agenda liegen bereits grobe Entwürfe vor, wie der Bereich besser und sinnvoller genutzt werden kann. Priorität hat der Pferdemarkt - er muss weiterhin in der Stadtmitte bleiben. Die vorhandenen Pläne zeigen aber, dass ein Teil des Platzes am südlichen Ende für Wohnungsbau genutzt werden kann. Aus den freiwerdenden Mitteln können weitere Infrastrukturmaßnahmen finanziert werden, die dem Ziel dienen: 

Der Markt gehört auf den Marktplatz!

 

veröffentlicht in der GABL-Postille vom Oktober 2004

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