Oktober 2004 

 Apfeläcker sind überall 

Vor sieben Jahren, am Mittwoch, 1. Oktober 1997, haben Grundstücksbesitzer im Warmbronner Gewann "Apfeläcker" in den frühen Morgenstunden etwa sechzig kerngesunde Obstbäume erbarmungslos umgesägt. Vorangegangen war ein heftiges Tauziehen von Gegnern und Befürwortern der Bebauung dieses einzigartigen Biotops.

Am Vormittag des 1. Oktober lagen die Bäume kreuz und quer auf der Wiese wie Mikadostäbchen auf dem Kindertisch. Zwar hatte die untere Naturschutzbehörde die Polizei informiert und zum Eingreifen aufgefordert, doch die Beamten waren schlichtweg überfordert. "Ich lasse mir doch nicht die Füße oder die Hände absägen", sagte ein Beamter zu einem anwesenden Naturschützer. Auch als Verstärkung aus Leonberg eintraf, schritten die Polizisten nicht wirksam ein, sondern sahen tatenlos zu, wie ein Baum nach dem anderen fiel. 

Es gibt schon Nachahmer. Im Gebiet Krähwinkel an der alten Autobahn wurde eine ökologisch wertvolle Hecke gerodet. "Ökologisch ist dort gar nichts mehr zu schützen," meinte ein Mitglied des Gemeinderats in der Debatte über den Bebauungsplan "Krähwinkel". Dieses Ansinnen wurde vom Gemeinderat zurückgewiesen - was allerdings in den Apfeläckern passiert, steht in den Sternen. 

Noch vor wenigen Tagen hat der zuständige Ausschuss die Stadtverwaltung beauftragt, das Verfahren in den Apfeläckern fortzuführen, dass die Bebauung dort endlich voran kommt.

 

veröffentlicht in der GABL-Postille vom Oktober 2004

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