Dezember 2004

Das städtische Rufauto wurde gegen die Stimmen der GABL komplett gestrichen.

Der Öffentliche Personennahverkehr wird weiter zusammengestrichen. Wenn es nach der Stadtverwaltung geht, wird es im Frühjahr weitere Kürzungen auf der Linie 651 Ezach - Höfingen geben.

von Birgit Widmaier

In der letzten Sitzung des Finanz- und Verwaltungsausschusses wurde gegen die Stimmen der GABL das städtische Rufauto komplett gestrichen, nachdem es bereits im Jahr 2003 auf einen Stundentakt reduziert wurde. Damit geht ein weiterer Baustein verloren, der im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) für eine größere Attraktivität sorgen könnte. Es geht in diesem Fall um ca. 60.000 Euro.

60.000 Euro, die unserer Ansicht nach gut eingesetzt wären, um

dem Ziel im Verkehrsentwicklungsplan zur Reduzierung des Motorisierten Individualverkehrs näher zu kommen

für eine Reduzierung der Luftschadstoffe zu sorgen, die auch in Leonberg über den zulässigen Grenzwerten liegen.

insgesamt zu einem attraktiven ÖPNV beizutragen, und damit mehr Leute dazu zu bringen, öfters aufs Auto zu verzichten und damit auch dazu beizutragen, dass die Straßen in Leonberg nicht mehr so verstopft sind

den Menschen, die auf den ÖPNV angewiesen sind, Verbindungen bis in die Abendstunden und am Wochenende anzubieten.

Die Streichung trifft vor allem ältere Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß sind, Leute die den ÖPNV nutzen aber oftmals später in den Abendstunden oder am Wochenende unterwegs sind oder sein müssen oder auch Jugendliche ohne eigenes Auto.
Aus all diesen Gründen hat die GABL im Ausschuss den Antrag gestellt, das Rufauto beizubehalten. Der Antrag wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Keine Fraktion hat ihm zugestimmt.

Und das ist noch nicht alles. Bereits im nächsten Frühjahr will die Stadtverwaltung weitere Vorschläge zur Reduzierung des ÖPNV vorlegen. Dabei soll es vor allem um die Linie Ezach - Höfingen gehen. Eine Linie, bei der bereits im letzten Jahr 35 Fahrten gestrichen wurden und die neben der Anbindung des Ezachs und Höfingen auch eine wichtige Funktion im innerstädtischen ÖPNV ausübt.

Wir von der GABL meinen, dass dies der falsche Weg ist und werden uns weiterhin für den ÖPNV einsetzen und nicht nur in der Öffentlichkeit schöne Reden halten. Wie beispielsweise Frau Staubach von der CDU, die sich nun als Vertreterin der Frauen Union für die Beibehaltung des Rufautos einsetzt. In der entscheidenden Sitzung aber hat sie gegen den Antrag der GABL zum Erhalt des Rufautos gestimmt. Auch hat sie keinen eigenen Antrag zur Beibehaltung des Rufautos oder einzelner Linien gestellt. Wir wundern uns, wundern Sie sich auch?

 

veröffentlicht in der GABL-Postille vom Dezember  2004

zum Inhaltsverzeichnis der GABL-Postillen