März 2005

 

GABL: Gebersheimer Straße für Schwerlastverkehr sperren! - Wir brauchen in Leonberg keine Ausweichstrecke für die Autobahn

von Eberhard Schmalzried

Für 1,6 Millionen €uro will die Stadt LEONBERG die Gebersheimer Straße etwa 130 Meter ab der Bahnunterführung in Richtung Gartenstadt neu bauen. Im Kreuzungsbereich zum Lohlenbach und zur Schweizermühle soll ein Kreisverkehr dafür sorgen, dass der Durchgangsverkehr flüssig läuft. Begründet wird das Vorhaben damit, dass der darunter liegende Kanal marode sei. Auf Antrag der GABL hat der Gemeinderat ins seiner Sitzung am 14. Februar 2005 diese Baumaßnahme zurückgestellt.

Schon vor einem Jahr hatte der Gemeinderat von der Stadtverwaltung eine Untersuchung verlangt, wie der Kanal saniert und wie die Sanierung finanziert werden könne. Inzwischen jedoch geriet die Stadt in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. An allen Ecken und Enden wurde gespart (ÖPNV, Ausbau der Rad-und Fußwege, Ortschaftsverwaltungen), Gebühren wurden erhöht (Jugendmusikschule, Volkshochschule, Stadtbücherei, Kindergärten, Hort) und selbst minimale Freiwilligkeitsleistungen wie Zuschüsse für's Filmforum (6.000 €uro) oder für die Lokale Agenda (20.000 €uro) wurden in Frage gestellt. Aber für eine prächtige Straßenbaumaßnahme war auf einmal ausreichend Geld da? Stutzig machte uns auch, dass das Regierungspräsidium einen "engen und sachlichen Zusammenhang mit dem Westanschluss" feststellte und vorzeitig einen Zuschuss von 150.000 €uro zusagte.

Zwar sollte gleichzeitig mit dem Straßenbau auch ein Stück der verdolten Glems offengelegt werden, zweifellos ein Schritt zu einer besseren Gewässerökologie. Doch da weiterhin einhundertzwanzig Meter verdolt bleiben, wäre der Unterlauf der Glems nach wie vor vom Oberlauf abgeschnitten, ein Austausch des Lebens im Gewässer könnte auch künftig nicht stattfinden. Ein wirklicher Durchbruch wäre nicht geschafft.

So sahen und sehen wir im geplanten Ausbau der Straße vorwiegend eine Maßnahme für die Verbesserung des motorisierten Individualverkehrs. Und wir befürchten, dass die Straße während des Baus der A 8 und des Westanschlusses als Ausweichstrecke für die Autobahn genutzt wird, was auch Bürgermeister Noë nicht ausschließen wollte.
Für die Stadt und die Menschen, die in ihr leben, ist es besser, wenn die Gebersheimer Straße für den Schwerlastverkehr gesperrt wird. Der soll weiträumig um Leonberg herum fahren. Wir haben hier schon genug Lärm und Abgase.

 

veröffentlicht in der GABL-Postille vom März 2005

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