April 2005

Den ÖPNV weiter entwickeln

Manchmal kann ein Blick über den Tellerrand zu ganz neuen und überraschenden Erkenntnissen helfen. Zum Beispiel ein Blick nach Offenburg. Zugegeben, Offenburg ist mit knapp 60.000 Einwohner etwas größer als Leonberg mit seinen 45.000, aber Gestaltungswille und Einfallsreichtum in einer Stadt sind von der Anzahl der Einwohner nicht unbedingt abhängig. Also blicken wir nach Offenburg.

ÖPNV-Innovationspreis 2005 für den Schlüsselbus

Für die Stadt Offenburg und das Schlüsselbus-Konzept ist der dritte Preis bei der diesjährigen Vergabe des Innovationspreises für besonders innovative Unternehmen ein guter Ansporn. Verkehrsminister Stefan Mappus zeichnete auf dem ÖPNV-Innovations-Kongress in Freiburg Unternehmen aus, die neue und zukunftsfähige Wege im öffentlichen Personennahverkehr einschlagen. Beim Offenburger Schlüsselbus wurden die besonderen Ideen beim Marketing gewürdigt. Aufgefallen waren der Jury das "Begrüßungspaket und Schnupperticket für Neubürger" und das einheitliche Erscheinungsbild des gesamten Konzeptes. Auch die über das Jahr verteilten Aktionen, wie der Gedichte-Wettbewerb mit Prämierung, der Schlüsselbus-Pate für Anregungen, Rosen für Mütter am Muttertag und Einkaufs-Wertmarken beim Kauf von Zeitkarten trugen ihren Anteil zum Erfolg bei...

So ein "Schnupper-Ticket für Neubürger" - wäre das nicht auch was für Leonberg. Wie schnell gewöhnt man sich daran und benützt den Bus weiter, wenn der Familie einen oder zwei Monte lang die kostenlose, übertragbare Fahrkarte zur Verfügung steht! Übrigens: Der Zentrale Omnibusbahnhof in Offenburg ist übersichtlich und bietet Schutz gegen Regen und Sonne. Zwei dynamische Fahrgastinformationstafeln zeigen den Fahrgästen die nächsten Busse an. Mit dem neuen ZOB wurden die Umsteigemöglichkeiten deutlich erhöht und verbessert: Bis zu neun Busse treffen sich jetzt dort zeitgleich zum Ren-dezvous. Bequemer geht's nicht. Sie steigen direkt und ohne zu warten in eine andere Linie - und die Fahrt geht weiter.

Und noch eines: ... Scherben und andere Verschmutzungen haben in Offenburg auf Radwegen und öffentlichen Plätzen nichts verloren. Der städtische Bauhof sorgt dafür, dass sie so schnell wie möglich entfernt werden. Anruf genügt! Das Scherbentelefon ist rund um die Uhr erreichbar.

"Wir entsorgen schnellstmöglich die gemeldete Verschmutzung!
Ihre Radfahrkolleginnen und -kollegen sagen Danke!"

 

 

veröffentlicht in der GABL-Postille vom April 2005

zum Inhaltsverzeichnis der GABL-Postillen