Juni 2005
die GABL-Postille gibt´s hier auch als pdf-Dokument

Inhalt:

Kirschgärtenfest am 26. Juni 
Rede des ehemaligen KZ-Häftlings Albert Montal am 8. Mai 2005 anlässlich der Enthüllung der Namenwand vor dem alten Engelbergtunnel    
Brief unserer Leserin Elfriede Müller
Gedenken an Kurt Braun  
Feinkost   
Ein Höfinger Kleinod verfällt 


 

26. Juni 2005 Kirschgärtenfest mit Sternmarsch 

mit Essen, Trinken und Musik am Sonntag, den 26. Juni 2005. 
ES IST FÜNF VOR ZWÖLF 
Um 11:55 Uhr geht´s los. 

Treffpunkte: a) Engelbergturm b) Bockberg

und für die Gerlinger: c) Ecke Heidwinkel / Engelbergstraße

für die Radfahrer: Marktplatz Leonberg

oder um 12.30 Uhr in den Kirschgärten

Es laden ein: BUND, Bürgergemeinschaft Leonberg-Ramtel e.V., GABL, NABU, Naturfreunde, RadL, Internationale Frauengruppe


Rede des ehemaligen KZ-Häftlings Albert Montal 

am 8. Mai 2005 anlässlich der Enthüllung der Namenwand vor dem alten Engelbergtunnel 

Herr Landrat, Herr Oberbürgermeister, Herr Röhm und alle Mitglieder Ihres Vereins, meine Damen und Herren, 

erinnern wir uns im Namen meiner deportierten Freunde. Der 8. Mai 1945, das Kriegsende. Das Ende unseres Leidens. Vorbei die Sklaverei, die Qual, der Hunger, die Zwangsarbeit, der Tod Tag für Tag, die Vernichtung. Die nationalsozialistische Diktatur hat kapituliert. 

Heute folgen wir Ihrer Einladung, weil Sie Ihre Arbeit für das Gedenken fortsetzen, eine Arbeit, die die Erinnerung für lange Zeit sichern wird an den verfluchten Tunnel und an eine Zeit, in der die Menschlichkeit verleugnet wurde. Diese Wand ist ein Denkmal, das als Symbol für das Leiden und den Wahnsinn der Menschen steht. Für ein Volk von großer Kultur, das sich indoktrinieren ließ, bis es davon blind wurde. Blind waren auch die benachbarten Demokratien, die angesichts des Erstarkens der totalitären Regimes nicht den Mut hatten, zu reagieren. 

Heute wird aufgrund wissenschaftlicher Forschungen geschätzt, dass diese Tragödie der Todeslager in allen betroffenen Ländern ungefähr 10 Millionen Menschenleben gekostet hat. Nach der Befreiung der Lager und der Entdeckung der Nazi-Verbrechen - es war ein Hohn auf die elementarsten Menschen-rechte - veranlasste 1945 die Staatengemeinschaft zur Gründung der Vereinten Nationen. 1948 verabschiedete diese Organisation die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Wir alle sind uns bewusst, dass diese Erklärung fast überall auf der Welt verletzt wird, aber die Schuldigen können sich nicht mehr auf Straffreiheit verlassen, denn 1946 wurde nach den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen ein Internationaler Gerichtshof gegründet. 

Alle Diktatoren und ihre Komplizen sollen wissen, dass sie nicht mehr einfach tun können, was sie wollen. Wir sind davon überzeugt, dass unsere Opfer, alle unsere Toten, uns verpflichten, den Weg des Friedens, der Gerechtigkeit, der Freiheit und des Respekts vor dem Menschen zu gehen. Das vereinte Europa muss das Licht sein, das die Demokratie, die Freiheit und die Verteidigung der Rechte jedes Menschen in die Welt trägt. Dies war unser Kampf. Die nach uns kommen, die jungen Generationen, haben die Pflicht, diese Aufgabe weiter zu verfolgen. Das ist unser Appell. (Übersetzung Ines Horn) 


Brief unserer Leserin Elfriede Müller

Untere Burghalde 84, 71229 Leonberg Sehr geehrte Damen und Herren, in Ihrer Leonberger GABL-Postille vom April 2005 erscheint ein Artikel über den ÖPNV Offenburg. Die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln in und um Leonberg lässt da sehr zu wünschen übrig. 

Ich möchte Ihnen nur einige Beispiele, die hauptsächlich die Buslinie 92 betreffen, aufzeigen. Es sind Beispiele aus dem Sonntagsfahrplan. 

Ankunft der Buslinie 92 aus
Richtung Golfplatz am Bahnhof

Abfahrt der S 6
in Richtung Weil der Stadt

 

11.13 Uhr

11.13 Uhr

 

11.43 Uhr

 

12.13 Uhr

12.13 Uhr

 

 

12.43 Uhr

 

13.13 Uhr

13.13 Uhr

 

 

13.43 Uhr

 

14.13 Uhr

14.13 Uhr

usw.

 

 Die Gegenrichtung aus Weil der Stadt kommend nach Leonberg: 

Ankunft der S 6 aus
Weil der Stadt kommend
auf Bahnsteig 1 in Leonberg

Abfahrt der Buslinie SSB 92 in
Richtung Stuttgart über Haltestelle
Golfplatz Busbahnsteig 5

 

15.17 Uhr

15.17 Uhr

 

15.47 Uhr

 

 

16.17 Uhr

16.17 Uhr

 

16.47 Uhr

 

 

17.17 Uhr

17.17 Uhr

usw.

 Der Bus fährt also zur gleichen Zeit ab wie die S-Bahn ankommt. Dabei muss ich von Bahnsteig 1 bis zum Busbahnsteig 5 den ganzen Bahnhofsvorplatz überqueren. Die Umsteigezeit ist gleich 0. Wenn der Bus weg ist, bleibt mir nur die Alternative, den Heimweg zur Unteren Burghalde zu Fuß zurück zu legen, was eine halbe Stunde Gehzeit bedeutet. (Ich werde im August 80 Jahre alt). Bei meinen Fahrten innerhalb Leonbergs muss ich öfter feststellen, dass Bahnfahrer aus Richtung weil der Stadt zum SSB Bus rennen, mit dem Ergebnis, dass sie nur noch den Bus von hinten sehen. Der Zug fährt also im Bahnhof Leonberg ein und der Busfahrer schließt zu diesem Zeitpunkt die Bustüre und fährt ab. 

Es bleibt in Sachen Stadtverkehr noch etwas zu tun. 

Mit freundlichen Grüßen
Elfriede Müller

Sehr geehrte Frau Müller, 
für Ihren Brief vom 7. Mai 2005 bedanken wir uns herzlich. Sie sprechen uns aus der Seele. Auch wir mahnen im Gemeinderat und bei der Stadtveraltung immer wieder an, dass die Abfahrtszeiten der Busse und S-Bahnen besser aufeinander abgestimmt werden müssen. Besonders gilt dies für den Anschluss von und nach Weil der Stadt. Wir werden Ihr Schreiben zum Anlass nehmen und erneut einen benutzerfreundlicheren Fahrplan anmahnen. Wenn dies aus fahrplantechnischen Gründen nicht möglich sein sollte, dann kann zumindest der Busfahrer der Linie 92 angehalten werden, auf die Fahrgäste aus Weil der Stadt Rücksicht zu nehmen. Schließlich haben sie mit der Fahrkarte von Weil der Stadt nach Leonberg auch die Busfahrt zur Altstadt bzw. auf den Engelberg bezahlt. 

Mit freundlichen Grüßen 
Für die GABL-Fraktion: Eberhard Schmalzried 


Gedenken an Kurt Braun 

Am 12. Februar 2005 gedachten im Wald oberhalb des Ramtel etwa fünfzig Personen an den Deserteur Kurt Braun. Der junge Soldat aus Eltingen hatte sich hier vor sechzig Jahren, am 12. Februar 1945, das Leben genommen. Er war auf Heimaturlaub und wollte nicht mehr in den sinnlosen und verbrecherischen Krieg ziehen. Nur wenige Wochen vorher war sein Bruder Walter gefallen. Als der Krieg vorbei war, errichtete der Vater für seine beiden Söhne an der Stelle ein kleines Denkmal, an der er den toten Sohn im Wald gefunden hatte. Die seither vergangenen sechzig Jahre haben die Schrift auf dem Gedenkstein allerdings verblassen lassen und fast unlesbar gemacht. 

Auf Initiative einer Gruppe von Leonberger Bürgerinnen und Bürger hat sie nun der Steinmetz Andreas Geisselhardt behutsam erneuert, so dass die Botschaft wieder deutlich wird: "Wegen Hitler und seinen Kriegsverbrechern starb hier unser letzter Sohn Kurt Braun". 


Feinkost 

Fein, fein, ja ja, der Staub, der feine, kleine, ja ja, überall Straßenfeger, der Staub, so klein, der müsste weg, muss weg, ja ja, vom Weg weg, der feine Staub, der darf nicht sein, der Feinstaub, plötzlich hier, ja ja unsichtbar, ja so fein, ja ja so klein, der Staub da, fein, der Staub dort, fein, fein hier und in mir, ja ja, Lungenbrot macht Wangen rot, so, so, ja ja und der Dreck muss weg, der Fleck auf dem Weg muss weg ja ja, sofort und hepp, weg damit, mit dem Dreck und der Fleck in der Lunge oh je, oh weh, der bleibt, ja ja, so, so, nimmt zu, so fein, so dick dann ja, ja und fett dann ja ja, oh weh, muss weg, ja ja, oh je, so so, aha. Fein fein, unsichtbar, nicht da, ja ja der Staub muss weg, die Welt ist rein ja ja, so soll es sein, ja ja so fein da, die Welt da, so fein da, der Staub, ja ja, fein und klein, rein und gemein, da unsere Umwelt, ja ja, so fein, echt geheim. Ja ja, reine Welt, oh je, Staub zu Staub, so so ja ja, für alle da, fein, fein, ja die Pein, die Welt ist rein ... ja, fein ... Staub ... weg, da, ja ja... unsichtbar ... der Staub ... oh je oh weh ... SO EIN DRECK! 

Martin Kirchhoff, Hölderlinstraße 7, 71229 Leonberg: Telefon: 07152 - 25 444, Mobil: 0163-5313 904:


Ein Höfinger Kleinod verfällt

von Klaus Wankmüller und Anne Klopfer 

Die GABL verfolgt die Restaurierungs- und Renovierungsarbeiten an den historischen Häusern in ganz Leonberg mit großem Interesse. Wir haben uns immer sehr gefreut zu erleben, dass offenbar im Geist gehandelt wurde, Altes zu bewahren. Auch in Höfingen gibt es viele gute Beispiele dafür, wie man sich bemüht, ein menschenfreundliches Ortsbild zu erhalten; dass gerade das Alte diese heimelige Wohlfühlatmosphäre für die Menschen ausmacht, die hier l-e-b-e-n und nicht nur wohnen. 

Wir denken dabei an den wunderschönen Blick, den man am Schlossberg hat, hinter der Kelter oder in anderen Straßen. Besonders schön ist die Atmosphäre, wenn in der Adventszeit das alte Rathaus mit Lichtern geschmückt ist. Aber oh weh! Was sehen wir gegenüber, auf der anderen Straßenseite? Das "Hasenmaier-Haus", das einst einen türkischen Obst- und Gemüseladen beherbergte, verfällt zusehends. Schade, dass es von den Menschen, die es besitzen, anscheinend nur als Spekulationsobjekt und nicht als Kleinod behandelt wird. Wenn das Häusle eine Stimme hätte, würde es sagen: "Ich bin unter die Räuber gefallen". Die Gebäude Pforzheimer Str. 14 & 14A wurden im Januar 2002 von der Stadt verkauft. Das Gebäude Pforzheimer Str. 14A ist in der Zwischenzeit abgebrochen und durch einen Neubau mit schönen Wohnungen ersetzt worden. 

Das hutzelige Häusle Pforzheimer Str. 14, ein zweigeschossiges, ortsbildprägendes Fachwerkhaus aus dem 16/17. Jahrhundert ist ein Kulturdenkmal. Im Kaufvertrag 2002 hat sich der Käufer verpflichtet, das Gebäude ohne Inanspruchnahme von Fördermitteln zu sanieren. Im September 2004 teilte er nun mit, dass sich die Schäden größer darstellen als angenommen. 

Die Stadt Leonberg hat in Gesprächen mit der Familie Sanierungsfördermittel von bis zu 100.000 €uro zur Verfügung gestellt. Leider ist seit dem kein Baufortschritt zu erkennen, die Fenster stehen offen, das Dach ist nicht komplett gegen Regen geschützt. Die Familie scheint immer noch nicht zufrieden zu sein! Bei dieser Geschichte vergeht uns der Appetit (z.B. auf Wurst und Fleisch).

GABL-Postille vom Juni 2005

die Postille als pdf-Dokument

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