PRESSEMITTEILUNG vom 22.05.2001

Stadtverwaltung soll nicht Autos zählen, sondern endlich handeln. - Maßnahmen gegen die hohen Schadstoffkonzentrationen müssen sofort ergriffen werden.

Seit zwei Monaten liegen die Ergebnisse der aktuellen Schadstoffmessungen in der Grabenstraße in Leonberg vor. Die Grenzwerte des Schadstoffes Ruß sind nach wie vor deutlich überschritten. Der Grenzwert liegt bei 8µg/m3 Luft. Gemessen wurden 16,2µg/m3, also mehr als das Doppelte des Grenzwertes. Und auch die Benzolwerte sind, obwohl knapp unter dem Grenzwert, auf einem besorgniserregenden Niveau. Sowohl Ruß als auch Benzol sind krebserregend.

Diese hohen Messwerte würden nun schnelles Handeln erfordern. Das Regierungspräsidium hat hier bereits mit Schreiben vom 22.03.01 konkrete Vorschläge gemacht: Überprüfung von Fahrverboten für LKW mit nicht geringem Schadstoffausstoß. Diese müssten nach Ansicht der GABL so schnell wie möglich umgesetzt werden, denn auf anderem Wege ist eine kurzfristige Reduzierung der Schadstoffkonzentrationen nicht zu erzielen

Stattdessen zählt die Stadtverwaltung nun seit einigen Tagen an verschiedenen Stellen in Leonberg Fahrzeuge, um dann mit dem Regierungspräsidium das weitere Vorgehen zu besprechen. Vom Zählen der Fahrzeuge wird die Schadstoffkonzentration allerdings kein bisschen geringer. Kein Auto weniger fährt dadurch durch die hochbelasteten Straßen und die Bevölkerung bleibt nach wie vor den Schadstoffen ausgesetzt..

Der Engelbergtunnel wurde neulich (gegen die Stimmen der GABL, die eine weitergehende Untersuchung und evtl. Sanierung forderte), aufgrund von Schimmelpilzkonzentrationen, bei denen sich die Experten streiten, in wieweit sie überhaupt als gesundheitsgefährdend einzustufen sind, geschlossen. Den nachweislich krebserregenden Schadstoffen in den Straßen jedoch wird die Leonberger Bevölkerung tagtäglich schon seit Jahren wissentlich ausgesetzt.

Die GABL fordert die Stadtverwaltung auf, sofort Maßnahmen zur Reduzierung der Schadstoffkonzentrationen zu ergreifen. Es müssen Fahrverbote für LKW mit nicht geringem Schadstoffausstoß verhängt werden. Der Durchgangsverkehr muss auf die Autobahnen verlagert werden. Weiterhin sollen auch in anderen hochbelasteten Straßen in Leonberg Messungen und Modellrechnungen zur Schadstoffkonzentration durchgeführt werden. Denn es ist zu vermuten, dass es nicht nur in der Grabenstraße Überschreitungen der Grenzwerte gibt.

Der Schutz der Bevölkerung muss oberste Priorität haben. Die Stadtverwaltung soll endlich handeln, anstatt Autos zu zählen.

 

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