PRESSEMITTEILUNG vom 19.05.00

Positionspapier der Grünen Leonberg zum Thema Verkehrsentwicklungsplan

(auf der Mitgliederversammlung am 17.05.00 im Restaurant Kirchner einstimmig beschlossen)

In den nächsten Wochen werden die Entscheidungen über die zukünftige Leonberger Verkehrspolitik getroffen. In der nun abgeschlossenen zweiten Bürgerbeteiligung wurden konkrete Vorschläge zu Fußwegeverbindungen, dem Fahrradwegenetz und zum ÖPNV erarbeitet. Von den drei weiteren Gruppen zum motorisierten Individualverkehr wurde als Lösung ein Ringverkehr um Leonberg in die Diskussion eingebracht.

  1. Wir unterstützen die Vorschläge der Bürgerbeteiligung zu den Fußwegeverbindungen, dem Radwegenetz und der Verbesserung des ÖPNV. Sie decken sich mit dem im letzten Jahr beschlossenen verkehrlichen Leitbild.

  2. Eine verkehrliche Entlastung der Innenstadt kann nur eintreten, wenn die Durchfahrungsmöglichkeiten der Kernstadt stark eingeschränkt werden und eine konsequente Parkraumbewirtschaftung durchgeführt wird. Um die Mobilität in der Stadt zu gewährleisten, ist ein gleichzeitiger massiver Ausbau und eine Qualitätsverbesserung des ÖPNV notwendig. Die Nutzung des Fahrrades muss durch bessere Radwege erleichtert werden. Diese Maßnahmen erfordern unsere Anstrengungen und sind nur mit hohem finanziellen Aufwand auch zu realisieren. Um zeitnah eine wirkungsvolle Entlastung der Verkehrsprobleme zu erreichen, sind deshalb Prioritäten zu setzen. Alle Vorschläge werden nicht umsetzbar sein.

  3. Erste Priorität haben alle Maßnahmen, die kurzfristig umsetzbar sind und für die eingesetzten finanziellen Mittel den höchsten Nutzen bringen. Dazu zählen:
    a. Ausbau des Rad- und Fußwegenetzes
    b. Ausbau des Buslinienkonzeptes
    c. Einführung des 15- Minutentakts
    d. Der Bau des zentralen Busbahnhofes beim Leo-Center ist ein weiteres wichtiges Element für einen leistungsfähigen ÖPNV.
    e. Führung der B295 auf der Autobahn

  4. Der vorgeschlagene Ring um Leonberg bringt kurz- und mittelfristig keine Entlastung und hat folgende gravierende Nachteile:
    Enormer Landschaftsverbrauch und Eingriff in wertvolle Naherholungsgebiete
    Leonberg wird von Strassen eingekesselt
    Ohne Verbesserung des ÖPNV kann die Ringlösung nicht den gewünschten Effekt haben.

Wir sind für neue Strassen, wenn im Gesamtzusammenhang die positiven Aspekte überwiegen.

Den Bau des Westanschlusses halten wir weiterhin für unnötig und schädlich. Der Westanschluss ist für die Lösung der Leonberger Verkehrsprobleme nicht notwendig.

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